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SELBSTBILDER –
FREMDBILDER
Eine Filmreihe von Antje Ehmann und Harun Farocki
7. November -7. Dezember 2003, 19 Uhr
Das zeitgenössische Kino in Frankreich setzt sich in besonderer
Weise mit migrationsbedingten Fragen auseinander. So extensiv, dass
sich ein neues Genre gebildet hat, das „Cinema Beur”
– Kino der nordafrikanischen Filmemacher, die in Frankreich
aufgewachsen sind und Probleme der maghrebinischen Einwanderer in
ihren Filmen thematisieren. In vielen dieser, wie auch anderer Filme
des jungen französischen Kinos, trifft sich Frankreich als
Kino- und Immigrationsland auf glückliche Weise. Abgesehen
von ungewöhnlich erfolgreichen Produktionen wie „La Haine”,
ist davon in Deutschland leider wenig zu sehen. Unser Bestreben
war es jedoch nicht, rare oder entlegene Filme aufzutreiben, sondern
gute und interessante Schlüsselwerke dieses engagierten Kinos
zur Diskussion zu stellen, egal ob neu gefunden oder wieder entdeckt.
(Harun Farocki und Antje Ehmann)
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Projekt Migration
Kölnischer Kunstverein
Die Brücke, Hahnenstraße 6
D-50667 Köln
info@projektmigration.de
www.projektmigration.de
Eintritt Euro 5,- (Mitglieder KKV frei)
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Eröffnungsvortrag
Harun Farocki
anschließend Filmvorführung:
DEUX OU TROIS CHOSES QUE JE SAIS D’ELLE / ZWEI ODER DREI DINGE,
DIE ICH VON IHR WEISS (Jean-Luc Godard)
F 1966, 35mm, 90 min, Farbe, OmdU
Sie – das ist die Pariser Vorstadt und die Protagonistin,
die als Hausfrau und Prostituierte versucht, in ihr zu leben. Der
Film aus den sechziger Jahren ist Frankreichs erster Banlieue-Film,
noch bevor es das Wort dafür gab.
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Stadtkino-Filmverleih Wien
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LE THÉ AU HAREM D’ARCHIMÈDE
/ TEE IM HAREM DES ARCHIMEDES (Mehdi Charef)
F 1986, 110 min, Farbe, DF
Der Pilotfilm des „Cinema Beur” über die Freundschaft
des Maghrebiners Majid und des gallischen Franzosen Patrick ist voller
filmischer Intelligenz und hat bis heute nichts an Kraft und Aktualität
verloren.
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KG Production Paris
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LA HAINE / HASS (Mathieu Kassovitz)
F 1995, 98 min, s/w, OmeU
Schon in den ersten Wochen erreichte ”La Haine” über
500.000 Zuschauer, gewann in Cannes den ‘Best Director Award’
und wurde zum meist besprochenen Film der letzten Jahre. Inzwischen
ist der Ausdruck ”banlieue”, den dieser Film behandelt,
zum Synonym für Frankreichs größte Probleme geworden:
Arbeitslosigkeit, soziale Exklusion, Rassismus, Suburbanismus, Kriminalität
und Gewalt.
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Concorde Filmverleih München
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LA PROMESSE (Luc et Jean-Pierre
Dardenne)
Belgien 1996, 93 min, Farbe, OmdU
Die Gebrüder Dardenne – Virtuosen des veristischen Kinos
– erzählen die Geschichte des moralischen Erwachens eines
15 jährigen Jungen, der die skrupellosen Machenschaften seines
Vaters nicht mehr mitragen will. In dokumentarisch anmutender Präzision
vermittelt der Film auch ein Bild dessen, wie die Not illegaler
Einwanderer ausgenutzt wird.

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Peripher Filmverleih Berlin
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NENETTE ET BONI (Claire Denis)
F 1996, 35mm, 103 min, Farbe, OmdU
Zu Recht bekam Denis Film, in Locarno mit dem goldenen Löwen
ausgezeichnet, ein überschwengliches Presseecho. Am Leitfaden
der Geschichte des Geschwisterpaares Nenette und Boni geht es um
die Realität des Marseille der Arbeiterklasse. Migrationsthemen
fädeln sich hier mit Leichtigkeit als Teil dieser Wirklichkeit
ein.
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Peripher Filmverleih Berlin
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LA VIE DE JESUS / DAS LEBEN
JESU (Bruno Dumonts)
F 1997, 96 min, Farbe, OmdU
Es geht um das Leben einer Gruppe von Jugendlichen, die in der Provinz
ihre Zeit mit Mopedfahren und Autoschrauben totschlagen und von
der Zukunft nichts zu erwarten haben. Atemberaubend bis zur letzten
Minute schafft es Dumont noch in der kleinsten Banalität des
Alltags ein Geheimnis aufscheinen zu lassen. Ein Debut-Film, der
es geschafft hat, das französische Kino auf die schönste
Höhe zu treiben.
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Peripher Filmverleih Berlin
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SAMIA (Philippe Faucon)
F 2000, 73 min, Farbe, OmeU
Faucon erzählt in ”Samia”, wie die algerische Immigrantin
und ihre drei Schwestern normale französische Jugendliche sein
wollen, und was sie daran hindert. Man meint, diese Geschichte bereits
zu kennen. Doch mit einem so besonderen Nachruck in Bildfindung
und Erzählform haben wir es selten, vielleicht noch nie gesehen.
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Bureau du cinéma Berlin / MAE Paris
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TERRA INCOGNITA
(Ghassan Salhab) F / Libanon 2002, OmeU, 35mm, 120 Min.
Der letztes Jahr in Cannes gezeigte „Terra Incognita”
ist ein erstaunlicher Film über das Leben einiger Mitdreißiger
im heutigen Beirut, einer Stadt im Wiederaufbau nach sieben Jahren
Bürgerkrieg. Das Thema der Migration beschäftigt einen
jeden der vorgestellten Protagonisten notwendigerweise, denn es
gilt vor allem, zu dieser Frage eine Haltung zu gewinnen: Sollen
wir hier leben und bleiben, oder besser fortgehen.
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Films Distribution / Mercure Int.
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„Selbstbilder-Fremdbilder” ist eine von dem Autor und
Filmemacher Harun Farocki und der Filmwissenschaftlerin Antje Ehmann
zusammengestellte Filmreihe zum Thema Migration, gefördert
von der Kulturstiftung
des Bundes
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