FRESH AUFHEBUNG
- Künstlerisches Interesse am philosophisch verneinten Wunderglauben
Filmreihe zusammengestellt von Jutta Koether
Aufführung/Vortrag von Jutta Koether Do 2.9.04, 19
Uhr
„Mit dieser Filmreihe soll eine spezielle Idee von „Kunstfilm“
gezeigt und das Thema Film und Métissage auf den Film selbst
bezogen werden. Filme, die nicht nur auf einer Idee basieren, sondern
ein Gewebe aus Filmideen, aus Genres, ja selbst fast unklassifizierbare
Artekfakte sind; diese "gemischten Existenzen", Mixturen,
in denen man überlappende PornokultUndergroundHorrorDokuSpielDrogenkulturCrimestories
etc. finden kann, thematisieren hier in sehr unterschiedlicher Weise
selbst die eigene Hybridität.
Métissage wird hier aufgefasst als die daraus resultierend
entstehenden „Kulturen zwischen den Kulturen“, die Gefühle
der Destabilisation, die Auflösung von Zugehörigkeiten,
als Verschwimmung und als Neuentstehung einer Kunst als Zwischenwelt,
in der Verlust auch als befreiend erfahren werden kann. Es gibt
Äußerungen von Formen der Nicht-Erkenntnis, die genau
aus diesen Zwischenwelten kommen. Es gibt gebrochenen Okkultismus.
Es gibt ein Aggressionspotenzial, das einigen innewohnt. Oder Kultstrukturen.
Filme, die jenseits von Kategorien wie Spiel oder Autorenfilm etc.
liegen, jedoch teilweise von einer Praxis gedeckt/angereichert sind.
Jedenfalls vermischt sich auch Persönlichstes mit dem sehr
Allgemeinen.
Etwas, das Selbstaufhebung verursacht. Sich in der Auflösung
selbst, in dem Zwischenraum nicht einzurichten oder als die andere
Nische zu begreifen, sondern sich genau da selbst wiederum aufs
Spiel zu setzen, das ist „Aufhebung der Aufhebung“.
Oder aber: „Fresh Aufhebung“, ein Prozess, ein künstlerisches
Interesse am philosophisch verneinten Wunderglauben. Etwas teilt
sich unabsichtlich in seinen Werken mit. Psychoästhetische
Effekte werden dabei deutlich. Die Vermischung der Effekte, eine
Filmreihe als lebendige Bühne, in der das „Nicht Aufgehoben
Sein“ gezeigt und auf ganz unterschiedliche Weisen Selbst-Hybridisierungen,
produktives Verneinen der eigenen Art/des Genres, betrieben wird.
Ich betrachte solche Vorgänge als Vertiefungen der praktischen-politischen
Geheimnisse der künstlerischen Arbeit, als Rituale, aus denen
künstlerisches Handeln entstehen kann. Jeder Film ist sein
eigenes Dasein auf Bewährung, hat seine eigene Tragik und Parodie,
seine lebendigen augenblicklichen Offenbarungen des Unerforschlichen.“
(Jutta Koether)
Jutta Koether ist Künstlerin, lebt und
arbeitet in New York und Köln
Programm:
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Projekt
Migration
Kölnischer Kunstverein
Die Brücke, Hahnenstraße 6
D-50667 Köln
info@projektmigration.de
www.projektmigration.de
Eintritt Euro 5,- (Mitglieder KKV frei)
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