HETEROTOPIEN
Eine Veranstaltungsreihe von Mark Terkessidis
Eine Utopie der Einwanderungsgesellschaft scheint es in der BRD
nicht mehr zu geben. Doch gerade die Abwesenheit von abstrakten
Konzepten bietet auch eine Chance. Denn längst hat sich ein
Alltagsleben der Einwanderungsgesellschaft entwickelt, das viel
weiter ist, als die Rede von den gefährlichen „Parallelgesellschaften“.
Längst gibt es eine populäre Kultur der Einwanderung,
die sich in vielen kleinen Räumen – in „Heterotopien“,
wie Michel Foucault solche Plätze einmal genannt hat, niederschlägt.
Diese Räume zeigen sich in innenstädtischen Kneipen, die
von Migranten geführt und besucht werden, in neuen, „gemischten“
Familien, in antirassistischen Gruppen und manchmal auch im scheinbar
traditionellen „türkischen Männercafé“.
Über diese Räume und die Zukunft der Einwanderungsgesellschaft
wird in vier Veranstaltungen der Reihe „Heterotopien“
mit Diskutanten – aus verschiedenen Bereichen wie der Politik,
der Wissenschaft, dem Filmemachen und der antirasssitischen Arbeit
– diskutiert und gesprochen.
Mark Terkessidis, Psychologe. lebt und arbeitet als freier Autor
in Köln.
Paul Mecheril / Hito Steyerl
Paul Mecheril ist Psychologe und befasst sich mit den Lebensentwürfen
von „Anderen Deutschen“. Er ist Dozent an der Universität
Bielefeld.
Hito Steyerl ist Dokumentarfilmerin und hat sich in filmischen
Arbeiten und Aufsätzen mit den Vorstellungen von Deutsch- oder
Europäisch-Sein beschäftigt. Sie lehrt am Goldsmith College
in London.
Mi, 16.2., 19 Uhr
Santina Battaglia / Cem Özdemir
Santina Battaglia ist Psychologin und hat über die Identitätsentwicklung
von Menschen mit binationaler Abstammung in Deutschland gearbeitet.
Sie arbeitet an der Universität Freiburg.
Cem Özdemir ist Sozialpädagoge. Seit langem setzt er
sich für die Interessen von Migranten ein, als Mitglied des
Bundestages für die Grünen, als Innenpolitischer Sprecher
der Bundesregierung und in Büchern. Er ist Abgeordneter der
Grünen im Europaparlament in Brüssel.
Do, 3.3., 19 Uhr
Erol Yildiz / Ljubomir Bratic
Ljubomir Bratic ist Philosoph. Er ist in Wien in der Antirassismusarbeit
aktiv und hat unter dem Titel „Landschaften der Tat“
einen Sammelband veröffentlicht zu den verschiedenen Formen
des Antirassismus in Europa.
Zur Zeit kümmert er sich in Wien in „Karenz“ um
sein Kind.
Erol Yildiz ist Pädagoge. In seiner Doktorarbeit nannte er
das Einwanderungsland Deutschland die „halbierte Gesellschaft
der Postmoderne“ und an der Universität zu Köln
wirkte er an der Untersuchung „Die multikulturelle Stadt“
über den Kölner Stadtteil Ehernfeld mit. Inzwischen ist
er Professor für interkulturelle Pädagogik in Vertretung
an der Hamburger Universität.
Mi, 7.4., 19 Uhr
Nora Sternfeld / Die Unmündigen
Nora Sternfeld ist Kunst- und Kulturvermittlerin. Sie war aktiv
bei den Protesten gegen die Beteiligung der „Freiheitlichen“
an der österreichischen Regierung und hat an der Ausstellung
„gastarbajteri – 40 Jahre Arbeitsmigration“ der
Wiener „Initiative Minderheiten“ mitgewirkt. Derzeit
arbeitet sie als Lehrbeauftragte an der Akademie der Bildenden Künste
Wien.
Die Unmündigen e.V. ist eine Selbstorganisation von Angehörigen
der zweiten und dritten Generation von ArbeitsmigrantInnen aus Süd(west/ost)europa.
Ihr Hauptanliegen ist die Thematisierung und Bearbeitung, das Entlarven
und Aufspießen des Rassismus. Dabei sind neben inhaltlich-sachlicher
Beschäftigung vor allem satirische und provokative Verfahren
die Kennzeichen der Unmündigen, mit Rassismus umzugehen.
Do, 27.4., 19 Uhr
Projekt Migration – ein Initiativprojekt der

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Projekt Migration
Kölnischer Kunstverein
Hahnenstraße 6
D - 50667 Köln
Telefon +49 (0)221-21 70 21
Telefax +49 (0)221-21 06 51
info@projektmigration.de
Eintritt Euro 5,- (Mitglieder KKV frei)
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