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ALLE GEISTER KREISEN
Filmreihe, zusammengestellt von Olaf Möller
Als man Massen von Menschen aus so vielen Völkern Afrikas
verschleppte und als Sklaven in die Neue Welt deportierte, sahen
sich ihre Götter gezwungen, ihnen zu folgen und mit ihnen zu
migrieren. Menschen verschiedener Völker kamen so zusammen,
gründeten neue soziale Zusammenhänge – in einigen
Fällen spätere Nationen – und damit neue Religionen,
in denen zum Teil ihre alten Götter aufgingen und neue Götter
gezeugt wurden oder die einfach auftauchten, geboren aus den Veränderungen
des Daseins. Diese neuen alten Religionen, in deren Zentrum meist
Besessenheitsrituale stehen, wie der Voodoo auf den Westindischen
Inseln oder Macumba und Candomble in Brasilien, stehen im Mittelpunkt
der von Olaf Möller zusammengestellten Filmreihe.
Olaf Möller, Cineast und Filmkritiker lebt und arbeitet in
Köln.
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Projekt
Migration
Kölnischer Kunstverein
Die Brücke, Hahnenstraße 6
D-50667 Köln
info@projektmigration.de
www.projektmigration.de
Eintritt Euro 5,- (Mitglieder KKV frei)
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WEST INDIES OU
LES NEGRES MARRONS DE LA LIBERTE (Med Hondo)
Mauretanien/F 1979, 112 min, OmU
Ein Musical, das mit viel Ironie die 400 jährige Geschichte
der Westindischen Inseln erzählt: Von der Aneignung der Karibik
durch die verschiedenen Kolonialmächte bis zur heutigen Arbeitsmigration
nach Europa.
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M.H.Films Paris
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Royal Bonbon (Charles Najman)
F 2002, 90 min, OmU
Dieser erste in Haiti gedrehte Film zeigt das Leben eines Mannes,
der sich für die Reinkarnation von König Henri Christophe
(1767-1820) hält, jenen Mannes, der Haiti die Unabhängigkeit
brachte. Der Film wurde mit dem Prix Jean Vigo ausgezeichnet.
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TVOR Paris
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LES ILLUMINATIONS DE MADAME
NERVAL (Charles Najman)
F 2000, 90 min, OmU
Im Voudou-Tempel von Madame Nerval begegnen sich Götter und
Menschen. Ein Porträt der Hohepriesterin, die über ihr
Leben, ihre Träume und ihre Kontakte mit Geistern berichtet,
vor allem mit Criminel, dem Gott ihres Tempels.
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ADR Productions Paris
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A DEUSA NEGRA / BLACK GODDESS
(Ola Balogun)
Nigeria/Brasilien 1978, 150 min
Ein junger Mann afrikanischer Herkunft macht sich auf die Suche
nach seiner Vergangenheit. Er fährt nach Bahia und lernt dort
eine schwarze Brasilianerin kennen, die ihn in afrikanische Kulte
einweiht, und ihn mit seiner Vergangenheit konfrontiert.

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Francoise Balogun Paris
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BARRAVENTO (Glauber Rocha)
Brasilien 1962, 74 min, OmU
Der Erstlingsfilm Rochas schildert die sozialen Verhältnisse
in einem Fischerdorf. „Ein sensibles gesellschaftskritisches
Werk von hohen formalen und geistigen Qualitäten, realistisch
und poetisch zugleich.“ (Lexikon des intern. Films)
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ICBRA Berlin
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O AMULETO DE OGUM (Nelson Pereira
dos Santos)
Brasilien 1974, 117 min, OmU
Die mit Umbanda-Riten verwobene Geschichte eines unverwundbaren
jungen Mannes, der zum gefürchteten Gangster wird, stirbt,
um am Ende wieder aufzuerstehen. „Einer der größten
brasilianischen Kinoerfolge der 70er Jahre.“ (Lexikon des
intern. Films)
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ICBRA Berlin
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SANKOFA (Haile Gerima)
USA/BRD/Ghana/Burkina Faso 1993, 125 min, OmU
Das afrikanische Fotomodell Mona gerät während eines Shootings
auf einer ehemaligen Sklavenfestung in den Bann Sankofas, der dort
die ewige Totenklage singt. Er versetzt sie in eine andere Existenz
als Sklavin auf einer Zuckerrohrplantage in Jamaika.
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EZEF Stuttgart
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WELCOME II THE TERRORDOME (Ngozi
Onwurah)
GB 1994, 92 min, OF
North-Carolina 1652: Eine Gruppe von Menschen soll als Sklaven gebrandmarkt
werden. Stattdessen jedoch gehen diese ins Meer. Auf ihrem Weg nach
Hause, nach Nigeria, müssen sie eine Art Hölle durchqueren:
Den Terrordome, ein schwarzes Ghetto in einem faschistischen England,
wo sich die Banden gegenseitig bekriegen, nur um von der Polizei
massakriert zu werden. Ein britische Thriller in B-Movie-Ästhetik.

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SOUVENANCE (Thomas Harlan)
F 1991, 127 min, OmU
Die ewige Wiederkehr eines Traums, verkörpert in der Figur
Dessalines, einem ehemaligen Sklaven und späterem Kaiser Haitis,
"von allen verehrt, wild, unberechenbar, und unbeugsam, geleitet
von den Göttern Afrikas" (Charles Najman: Haiti, Dieu
seul me voit). Nach seinem Tod hat sein Sohn Cheriza die Vision
von der Wiederkehr Dessalines, mit der eine Befreiung der Inseln
von der Armut eingeleitet wird.
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Projekt Migration, ein Initiativprojekt
der Kulturstiftung
des Bundes

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