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TULIP HOUSE: KIOSK FÜR NÜTZLICHES WISSEN

Programm

Fr, 25. 11. 2005, 20 - 24 Uhr

Ein Leben in vier Stunden:
Istanbul. Berlin. New York. Los Angeles.

Erzähler: Aytac Eryilmaz
Zuhörerin: Meral Renz

Jale Arikan, 1969 in Istanbul geboren. Sie kam mit 6 Jahren nach Deutschland, besuchte die Schauspielschule in Berlin und arbeitete mit 17 Jahren als erste türkische Ansagerin im ARD. Es folgten zahlreiche TV - Auftritte und Filme. 1996 ging sie nach New York, um „für eine Weile aus der Rollendefinition Deutsch oder Ausländer auszusteigen“. Von 1997–2003 lebte sie in Los Angeles - ein ekstatischer Zeitabschnitt zwischen den Welten: Landschaftserlebnisse und Spiritualität gegen die Plastikkünstlichkeit der Branche. Filmauswahl: Der Schattenboxer, Lars Becker (1991), Auftritt in Samson und Delilah, Nicolas Roeg, mit Dennis Hopper und Liz Hurley (1996), Landgang für Ringo, Lars Becker (1997), Ein Engel schlägt zurück, Angelina Maccarone (1998), Schimanski muss leiden (2000), Hinter der Tür, Neco Celic (2004), porno!melo!drama !, Heekssok Sohn (2005) und mehrere Filme in der Türkei u.a.: Der Jäger, Erden Kiral, (1987). Ayse Polat wurde 1970 in Malatya/Türkei geboren, sie ist kurdischer Herkunft. 1978 folgte sie ihrer Familie nach Hamburg. Studium der Germanistik, Philosophie und Kulturwissenschaft. Filmt seit sie 15 Jahre alt ist, beschreibt sich selbst als Autorenfilmerin und besuchte nie eine Filmhochschule. Sie drehte mehrere preisgekrönte Kurzfilme auf Super 8 und Video, Parabeln der Freiheit, die das Leben von Migranten in Deutschland thematisieren u.a . Fremdennacht (1992), der vom Selbstmord des türkischen Asylbewerbers Kemal Altun handelt. Ihr Kinospielfilmdebüt, das Roadmovie Auslandstournee, erzählt von der Odyssee eines türkischen Travestiekünstlers und eines kleinen Mädchens durch Europa in die Türkei. En Garde wurde 2004 mit dem Silbernen Leopard in Locarno ausgezeichnet.

 

Sa, 26. 11. 2005, 20 - 24 Uhr

Ein Leben in vier Stunden:
Zonguldak . Ankara. Istanbul. Essen. Köln.
(in türkischer Sprache mit Simultanübersetzung)

Erzählerin: Jale Arikan
Zuhörerin: Ayse Polat

Aytac Eryilmaz , 1952 geb. in Zonguldak in der Türkei. Arbeitete als Drucker und Verleger in einem linkspolitischen Verlag in Ankara und Istanbul. Erlebte den Militärputsch 1971 und 1980 und war jeweils mehrere Monate im Gefängnis. Musste nach dem Publikationsverbot seines Verlages die Türkei aus politischen Gründen verlassen und kam 1985 nach Deutschland. Arbeitete ehrenamtlich für Türkei-Data e.V., ein Forum für türkische Intellektuelle in Deutschland und für DOMiT- Dokumentationszentrum dessen Geschäftsführendes Vorstandsmitglied er seit 1990 ist. Mitinitiator des Migrationsmuseum in Deutschland e.V. (2003). Projektleitung der Ausstellung: Fremde Heimat. Eine Geschichte der Einwanderung aus der Türkei im Ruhrlandmuseum Essen (1998) ; 40 Jahre Fremde Heimat. Einwanderung aus der Türkei nach Köln im Historischen Rathaus Köln (2001). Er ist im Kuratorenteam des Projekt Migration.
Meral Yetimoglu, verheiratete Renz, wurde 1962 in Zonguldak in der Türkei geboren. Sie war schon in der Schülerbewegung in der Türkei aktiv, kam aus politischen Gründen nach Deutschland um hier ihr Studium zu beginnen und war politisch organisiert im MSB Spartakus und der DKP. Sie ist Diplom-Sozialarbeiterin mit Zusatzausbildung in Gestalttherapie und Sexualtherapie und arbeitet seit 1992 im Lore-Agnes-Haus, Sexualberatungszentrum der Arbeiterwohlfahrt, Essen. Co-Autorin des Sprachlehrbuches: Türkisch am Krankenbett.

 

Sa, 27. 11. 2005, 17 - 19 Uhr

Ein Leben in vier Stunden:
München. Frankfurt. Istanbul.

Es erzählen und hören abwechselnd zu:
Hilal Sezgin und Jeanine Elif Dagyeli

Hilal Sezgin, 1970 in Frankfurt geboren, Tochter einer deutschen Mutter und eines türkischen Vaters, die beide Muslime sind und beide Wissenschaftler. Hilal Sezgin ist Philosophin, Vegetarierin, Muslima , Buchnärrin und Katzenfreundin. Seit 1999 arbeitet sie im Feuilleton der Frankfurter Rundschau, hat einen Kriminalroman veröffentlicht, ihr letztes Buch „Kleines ABC der Freiheiten“ erzählt in Glossen und Kurzgeschichten über das Bermudadreieck unglücklicher Liebe, Frauen und Großstadtleben. Für die Geschichte über eine junge deutsch-türkische Arzthelferin wurde sie 2005 vom Deutschen Journalistinnenbund ausgezeichnet. Derzeit arbeitet sie an ihrem Buch Typisch Türkin? Porträt einer neuen Generation (im Herder Verlag Frühjahr 2006).Jeanine Elif Dagyeli, Jahrgang 1969, Tochter einer deutschen Lehrerin und eines türkischen Journalisten, Übersetzers und Verlegers. Geboren in München in ein linkes säkulares Elternhaus, aber aufgewachsen in einem kleinen Ort bei Nürnberg, wo sie die ständigen Fragen nach Türkei und Islam oft nur mit viel Phantasie beantworten konnte. Später studierte sie Islamwissenschaft, wohl auch um endlich diese (und ihre eigenen) Fragen beantworten zu können. Vor einigen Jahren hat Jeanine Dagyeli den Dagyeli Verlag ihres Vaters übernommen, außerdem arbeitet sie am Orientwissenschaftlichen Zentrum in Halle/Saale. Mit vielem Dank an Shermin Langhoff.

    

 

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