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«Für ausländische und deutsche Arbeiter» vonChristine Trautmann, Kurt Rosenthal. BRD 1973, 15’

In ihrem neuen Film haben Kurt Rosenthal und Christine Trautmann die Technik der Fotoanimation als Mittel der politischen Agitation eingesetzt: „Weniger einen Dokumentarfilm als einen Agitationsfilm“ nennen sie den Film, in dem etwa 180 Fotos vom Arbeitsplatz und der Wohnung eines türkischen Arbeiters, der als Gussputzer in einer Gießerei am Band arbeitet, und einige Filmaufnahmen das Ausgangsmaterial sind... Wieder gleiten die einzelnen Bilder in verschiedenen Geschwindigkeiten vorbei. Zunächst wirkt das sehr kühl, vermittelt von dem Arbeitsvorgang kaum ein anderes Bild als gängige Industriefilme. Das feurige Band des Gusses steht im Mittelpunkt der ersten Bilder, erst allmählich beginnt man, die einzelnen Menschen am Band zu unterscheiden, als Individuen zu erkennen. Bevor die Bildstreifen erneut vorüber gleiten, wird man über Zusammenhänge informiert, die den Bildern nicht zu entnehmen sind. Der Arbeiter Ersin liest einen Brief vor, in dem er die mangelnde Verständigungsmöglichkeit mit den deutschen Kollegen beklagt. Eine Stoppuhr in Großaufnahme. Der physische Stress, unter dem die Arbeiter am Band stehen, die Erhöhung der Bandgeschwindigkeit, der monotone Rhythmus, all das vermittelt der Film ganz sinnlich und direkt... Auf dem Höhepunkt der formalen und inhaltlichen Anspannung des Films – die Einzelbilder sind in ihrer turbulenten Aufeinanderfolge kaum noch zu unterscheiden – ein plötzlicher Schnitt. Das Band‚ „diese böse Schlange“, hat zugeschlagen. Ersin hat einen Arbeitsunfall. „Die Maschine hat mich in die Hand gebissen.“ Man sieht ihn mit eingegipster Hand und in schwarzweiß die Kollegen, die daraufhin spontan die Arbeit niederlegten. „Jetzt ist es wieder langsamer“, sagt Ersin. „Weil es so gut geklappt hat, wollen wir wieder miteinander sprechen.“ Ob denn erst so etwas passieren muss, damit die ausländischen und deutschen Arbeiter miteinander sprechen, fragt Ersin...
Wolfgang Ruf im Berichtsheft der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, 1974

    

 

 

 

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