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«Ben Kimim» von Canan Yilmaz. D 2003, 4’ - OmeU

Ein erfrischendes Beispiel für den filmischen Umgang mit transnationalen Identitäten gibt Nachwuchsregisseurin Canan Yilmaz, wenn sie fragt „Ben Kimim? / Wer bin ich?“ (2003): In dem vierminütigen Film sieht man eine junge Frau im schwarzen Pullover und mit Dreadlocks, die sich im Raum dreht. Auf die Zuschauer gerichtet, fragt sie sich (und ihr Publikum) in Deutsch und in Türkisch: „Ben Kimim? / Wer bin ich?“ Und sie antwortet gleich: „Ich bin eine Deutsche! Eine Türkin! Eine deutsch-türkische Bürgerin. Eine Deutschtürkin, eine in Deutschland geborene Türkin. Eine türkischstämmige Deutsche, eine Halbdeutsche. Deutsch, Türkisch, Deutsch-Türkisch?“ Am Ende des Films trägt sie ambivalent und augenzwinkernd pathetisch ein Gedicht auf Türkisch vor: „Der Tag wird kommen, da wirst auch du wissen, was du bist. Mein Herz blutet, mein Herz brennt. Was bin ich? Wo komme ich her, wo gehe ich hin? Wer bin ich?“ Die junge Frau, nun mit Kopftuch und vollkommen in blaue Seide eingehüllt, dreht sich in dem Raum. Der Körper der Regisseurin/Darstellerin ist hier gleichzeitig Authentifizierung – für ihre nicht an Stereotypen festzumachende Identität – und Spielwiese. „Ben Kimim“ ist gleichermaßen ein Spiel mit der Kamera wie mit Eigen- und Fremdbildern – mit ihren (der Regisseurin) eigenen und denen der Zuschauer, die beim Zuschauen Teil des Spiels geworden sind.

„Sowohl als auch: Das deutsch-türkische Kino heute“ auf www.filmportal.de

    

 

 

 

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