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«Lola und Bilidikid» von Kutlug Ataman. D: Baki Davrak, Gandi Mukli, Erdal Yildiz, Inge Keller. D 1998, 95’

Der 17-jährige Türke Murat lebt wohl behütet bei seiner Familie in Berlin. Murat ist schwul, aber das kann er seinen Eltern nicht sagen. Bei seinen heimlichen Streifzügen durch die nächtlichen Parks und Schwulenbars lernt Murat eines Tages den Transvestiten Lola kennen.

Zwischen den beiden entwickelt sich eine ganz besondere Beziehung. Noch ahnt Murat nicht, dass Lola sein verstoßener, von der Familie verheimlichter älterer Bruder ist. Lolas Geliebter Bilidikid träumt davon, mit Lola ein Strandlokal in der Türkei zu eröffnen.

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Lola wurde als Außenseiter aus der Familie verstoßen. Murat wusste gar nichts von ihm und lernt ihn erst im Laufe der Filmhandlung kennen. Eine Familiengeschichte also von einiger Wucht und Tragik, die sich, auch angeheizt durch Personen aus dem Umfeld, in einem Melodram entlädt. Zum Spektakel wird der große Showdown, drei Türken gegen drei Deutsche, Schwule gegen Normalos, Messer gegen Revolver. Nur Murat und einer der Deutschen überleben, der – eine gewisse Ironie – auch schwul ist, heimlich allerdings. Das Ende des Films gehört Murat, der langsam erwachsen wird, in der Familie und als Schwuler.

Wie in vielen Tragödien gibt es neben der dramatischen Spannung auch die komische Entlastung. Friedrich, ein reicher deutscher Architekt, hat sich den Strichjungen Iskender angelacht, den vor allem Friedrichs Oldtimer-Cabrio interessiert. Der vornehme Architekt und seine Mutter, gespielt von Inge Keller, der Grand Old Lady des Deutschen Theaters in Berlin, die noch vornehmer und hochmütiger tut als ihr Sohn, aber mit mehr gesundem Menschenverstand ausgestattet als man am Anfang glaubt, geben ein prächtiges Boulevardpaar ab, da sitzen auch die Dialogpointen.

Wilhelm Roth, epd Film, Nr. 3, März 1999

    

 

«Lola und Bilidikid»
 

 

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