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Ohne Migration würde
es Deutschland und Europa in seiner historischen und derzeitigen Form
nicht geben. Denn nicht erst seit dem 19. Jahrhundert zogen Menschen
aus unterschiedlichen Regionen in die wachsenden Städte und Industrieregionen.
Arbeits- und PendelmigrantInnen kamen schon nach Deutschland, als
es diesen Nationalstaat noch gar nicht gab. Migrationsprozesse sind
Teil der europäischen Erfahrung. Wie sehr Migration auf unsere
Gesellschaften Einfluss genommen hat, ist aber kaum im öffentlichen
Bewusstsein verankert. Durch die in der BRD der Nachkriegsära
forcierte Politik der Arbeitskräfteanwerbung und durch die Vertragsarbeitsregelungen
der DDR leben in Deutschland über 5 Millionen Menschen mit komplexen
Migrationserfahrungen. Diese Entwicklungen sowie der Fall der Mauer
haben neue Bewegungs- und Aufenthaltsmuster hervorgerufen, die globale
Dimensionen annehmen und neue Perspektiven eröffnen.
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