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"Installation Amerikahaus"

Ay¸se Erkmen

Ay¸se Erkmens raum- und ortsbezogene Installationen betonen ein jeweiliges Spezifikum des Ausstellungsortes. In Köln ist es die besondere Lage des Kunstvereins, an den unmittelbar der Garten des Amerika-Hauses grenzt. Der Kunstverein war zudem bis 2001 Sitz des British Council. Beide Häuser wurden in den 1950er Jahren als Kulturinstitute der ehemaligen Alliierten gebaut. Nun steht nur noch das Amerika-Haus auf überwachtem, US-amerikanischem Territorium. Auf diese nachbarschaftliche Konstellation und ihren militärischen Hin-tergrund nimmt Erkmen Bezug. Vom Kunstverein aus hat sie auf das ame-rikanische Gartenstück Fliesen gelegt, deren aufgemalte Motive Landminen darstellen. Die abstrahierten Formen sind als Minen allerdings kaum zu erkennen. Denn Erkmen folgt dem Prinzip der Tarnung, dem auch Hersteller von Landminen verpflichtet sind. Mit den Fliesen transformiert die Künstlerin eine frühere Arbeit, die sie für ein Schaufenster des Kaufhauses Lafayette in Berlin gefertigt hat. Als

begehrenswerte und kostbare Waren präsentierte sie in dem Schaufenster Objekte, die ebenfalls Landminen nachempfunden waren. Die Formen gehen zurück auf einen Katalog, den das Rote Kreuz veröffentlicht hat, um in Kriegs- und Krisengebieten die Identifikation der getarnten Minen zu erleichtern. Während Erkmen in der Schaufensteraktion nicht zuletzt den Zynismus des (Kunst-)Konsums kommentiert - schön gestaltet, würde man auch transformierte Landminen kaufen -, geht die Kölner Installation in Rich-tung des streng gesicherten Territoriums und der Grenzen im Landesinneren. Mit den "Minen"-Fliesen ist das Gartengelände symbolisch versie-gelt. Nach wie vor werden weltweit, unter anderem zur Grenzsicherung, Gebiete mit Minen gepflastert. Deutschland, Italien und die USA gehö-ren trotz zahlreicher Proteste von Menschenrechtsorganisationen zu den Hauptexporteuren von Landminen. Auch diese Form von Nachbarschaft, zumindest zwischen Deutschland und den USA, wird von Erkmen mit den Fliesen zwischen Amerika-Haus und Kunstverein herausgestellt.

Künstlerin, geboren 1949, lebt und arbeitet in Istanbul und Berlin.

 

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Ay¸se Erkmen