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"Trabant-Fabrik in Zwickau"

Erik-Jan Ouwerkerk

Unmittelbar nach dem Mauerfall hat der Fotojournalist Erik-Jan Ouwerkerk im Zwickauer Trabant-Werk fotografiert. Kurze Zeit später wurde die Trabant-Produktion eingestellt. Ouwerkerks Augenmerk galt den arbeitenden Personen und den sozialen Situationen im Werk. Er fotografierte die Vertragsarbeiter aus Kuba, Mosambik oder Vietnam sowie deren Verhältnis zu den deutschen Genossen. Die Vertragsarbeiter blieben mehr oder weniger unter sich. Dies spiegelte ihre Wohnsituation in Heimen am Rande der Städte wider, weil sie im städtischen Alltag, anders als auf den Fotografien, wenig präsent waren. Die Fotografien von Ouwerkerk dokumentieren auch die Art der Produktion, die von den Vertragsarbeitern mit garantiert worden war. Die Bandstraßen stammten in Zwickau aus der Vorkriegszeit und auf ihnen wurde der "Horch"produziert. Die Fertigung des Trabants basierte in vielen Abläufen auf Manufaktur. Das Sortieren von Metallstäben, das auf einem der Bilder zu sehen ist, wird heute in keinem Autowerk mehr zu finden sein. Angesichts der Patina der Fertigungsstätten sind Ort und Zeit der Fotografien schwer einschätzbar. Gleichwohl waren sie nur innerhalb eines kleinen Zeitfensters möglich: Nach '89 konnten westliche Journalisten leichteren Zugang zu den Werken erhalten und noch existierten diese Stätten. Bald sollten sie samt Arbeiterschaft abgewickelt werden und die meisten der Vertragsarbeiter wurden zurück in ihre Herkunftsländer geschickt.

Fotograf, geboren 1959, lebt und arbeitet in Berlin.

 

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Erik-Jan Ouwerkerk