„Door“
Ene-Liis Semper
In "Door" sieht man einen Türspalt, hinter dem sich etwas
zu bewegen scheint. Jemand geht auf und ab, wartet, zögert
und durchschreitet doch nicht die Tür, selbst wenn diese sich
ein bisschen weiter öffnet. Dabei ist diesseits der Türe
nichts, was die Person am Überschreiten der Schwelle hindern
würde. Ene-Liis Sempers stellt mit "Door", wie auch in ihren
anderen Videoperformances, einen psychischen Konflikt nach. Die
Performances sind dabei von ihrer Theater- und Design-Ausbildung
an der Estonia Academy of Arts geprägt und changieren zwischen
Strategien des Theaters und Kategorien der bildenden Kunst, wie
hier die Bühnenhaftigkeit des Setting und der Rekurs auf die
Körper- und Videokunst der 1970er Jahre. Am eigenen Körper
werden Ängste oder Verhaltensweisen sichtbar gemacht, die
aus gesellschaftlichen Vorstellungen resultieren und häufig
von struktureller Gewalt begleitet sind. So geht es in ihren Videoperformances
um Themen wie Verführung oder Selbstmord, der nicht zu seinem
Ende kommt, da der Film vorher endet und sich wiederholt - ähnlich
wie bei "Door", wo der Akt des Durchgehens nicht stattfinden wird.
Der Konflikt hier ist der innere Kampf mit einer imaginären
oder realen Barriere, und die Unmöglichkeit, sie zu überschreiten.
Künstlerin, 1969, lebt und arbeitet in Tallinn.
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