"Kenedi nach
zwei Jahren"
Želimir
Žilnik
Der Film von Želimir Žilnik ist mit dem Protagonisten Kenedi
typisch für die Situation vieler ehemaliger jugoslawischer
Familien. Zahlreiche Per-sonen hatten bekanntlich Jugoslawien während
des Krieges verlassen und lebten über zehn Jahre in Westeuropa
als Flüchtlinge oder Asylanten. In der zweiten Hälfte
des Jahres 2002 schickte die EU die meisten dieser Personen zurück
nach Serbien und Montenegro, da es angeblich keinen Bleibegrund
mehr gab. Die Regeln für ihre Abreise waren sehr strikt. Fami-lien
wurden nachts überrascht, zum Flughafen gebracht und mit dem
ersten Flug nach Belgrad verfrachtet. Viele der Familien standen
auf ein-mal am Flughafen ohne Geld oder irgendwelche Kontakte.
Für die Kin-der ist die Situation umso dramatischer, da die
Mehrzahl in westeuropäi-schen Ländern geboren wurde.
Sie beherrschen die jeweilige Landesspra-che weitaus besser als
ihre so genannte Muttersprache. Ein normales Leben ist ihnen dort
deshalb mehr oder weniger unmöglich. Zwei Jahre nachdem Želimir
Žilnik den Film "Kenedi se vacra kuci (Kenedi goes back home)" fertig
drehte, fand er seinen Hauptdarsteller in Wien wieder. Er folgte
ihm auf seinem zweiten Weg zurück aus Westeuropa nach Serbien.
Dieses Material hat Žilnik für die Ausstellung zur Verfügung
gestellt.
Filmemacher, geboren 1942, lebt und arbeitet in Novi-Sad.
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