Ford-Transit
Um kaum ein Automobil ranken sich derart viele Legenden, wie
um den Ford Transit, der am 9. August 1965 erstmals vom Band des
Ford-Werks in Langley, England, lief. Mit zahlreichen Aufbauten,
Ladelängen, Dachhöhen und Sonderlösungen gibt es
inklusive der jüngsten Generation von 2000 rund 400 Varianten.
Auf den britischen Inseln wurde er zunächst vor allem als
Pick-up von Milchmännern genutzt und Hippies entdeckten den
Transit als Transportmittel für Fahrten zu Rockkonzerten und
Happenings und als Wohnmobil. Als geschlossener Transporter dient
er vor allem Kleinunternehmern als Lieferwagen. Arbeitsmigranten
aus der Türkei haben eine besondere Beziehung zu diesem Kleintransporter.
So fand bereits 1958 eine erste Gruppe von Lehrlingen bei Ford
Köln einen Ausbildungsplatz. Ford hatte damals noch den Vorgänger
namens Namen FK 1000 produziert - der Name stand für Ford-Köln.
Mit dem Anwerbevertrag von 1961 wurde Ford-Köln innerhalb
weniger Jahre zum weltweit größten Industrieunternehmen,
das Arbeiter aus der Türkei beschäftigte. Für die
Italiener hatten VW in Deutschland und Fiat in Italien eine ähnlich
große Bedeutung.
Der Ford Transit wurde für Urlaubsfahrten in die Türkei
oder für alltägliche Transporte, von Möbeln,
Haushaltsgeräten oder Sperrmüll, genutzt. Viele verkauften
ihn in der Türkei und manche Rückkehrer machten sich
selbstständig, indem sie ihn als Sammeltaxi, den Dolmus ? ,
nutzten. Auf der legendären Transitstrecke, dem Autoput
(E 5) von München über Salzburg, Zagreb, Belgrad,
Sofia nach Istanbul, war insbesondere dieses Auto oft zu sehen.
Der Ford Transit der DOMiT Sammlung, vor dem Kunstverein geparkt,
wurde Ende der 1970er Jahre von einem "Gastarbeiter" nach Istanbul
gebracht. Dort wurde er zunächst jahrelang als Dolmus ? und
bis 2003 als Lieferwagen benutzt. Die Firma Ford half dabei,
den Wagen für das "Projekt Migration" nach Köln zurückzutransportieren.
<< zurück zur Ausstellung |