projektmigration  
Thema      Projekt      Partner        Führungen      Archiv      Informationen         
      Programm             
d | e
   
 

"Familienfest"

Hüseyin Avni Güngör

 

Das "Projekt Migration" öffnet sich mit einer Tanzszene auf die Straße. Auf ein Fenster des Kunstvereins ist ein Ausschnitt eines Super-8-Films von einem Familienfest projiziert. Der Film entstand bei einem großen Familientreffen, als die nach Köln emigrierte Familie Güngör im Sommer die Türkei besuchte. In dieser Szene tanzt Hüseyin Zobo, der sich mit-tels Kopftuch und Äpfeln als Frau verkleidet hat. Während des Tanzes löst sich die Maskerade auf. Hüseyin Zobo ist der Onkel von Murat Güngör, Pop-Autor, Musiker und Kulturanthropologe. Sein Vater Hüseyin Avni Güngör hatte den Super-8-Film in den 1970er Jahren gedreht. Die Kamera war damals Hobby, Sta-tussymbol und bot gleichzeitig die Möglichkeit, nach der Arbeit und an den Wochenenden die Familie, das Aufwachsen der Kinder, Hochzeiten, Beschneidungen, das Leben in Deutschland oder Urlaube zu dokumen-tieren. Gerade als privates Familiendokument vereinigt diese Sequenz viele zen-trale Aspekte des "Projektes Migration": die Alltagsbezogenheit, die Sicht aus der Migration und ihre Produktivität, das Rollenspiel, die Mobilität, die Frage nach Identität und ihre Auflösung - wie die Verkleidung.

Hüseyin Avni Güngör, geboren 1941, verstorben 2001.

 

<< zurück zur Ausstellung

    

 

Hüseyin Avni Güngör