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"Portaits for the Twenty - First Century "

Morgan O'Hara

Bewegung ist das Thema von Morgan O'Hara, das sich durch alle ihre Arbeiten und Tätigkeiten zieht, ob als Künstlerin, Lehrerin für kreative Psychologie oder multimediale Performerin. Bekannt wurde sie mit ihren "Life Transmissions" - Zeichnungen, die Bewegungsprotokolle von alltäg-lichen Verrichtungen bis hin zu Buto-Tanzperformances darstellen. Eine andere Form dieser Bewegungsstudien sind die "Portraits for the Twen-ty-First Century". Mit diesen betreibt O'Hara seit 1978 eine recht unkon-ventionelle Form von Kartografie. Verzeichnet werden diejenigen Wege, die sie selbst oder andere Personen während ihres bisherigen Lebens zurückgelegt haben; sie selbst etwa hat viele Jahre in Japan gelebt, bevor sie nach Los Angeles und später New York gezogen ist. Zur Erstellung die-ser Porträts legt O'Hara dasselbe Blatt Papier nacheinander auf Welt-, Land- und Städtekarten und zeichnet die jeweiligen zurückgelegten Strecken nach. Das so entstandene Geflecht aus Linien lässt individuel-le Weltenkarten entstehen, inklusive der eigenen Grenzen. Mit diesem Fokus auf die Bewegung einer Person vollzieht O'Hara explizit eine Umformulierung des künstlerischen Genres Porträt. Name, Berufs-bezeichnung, Geburtsort und -datum sind zwar im Bildtitel vermerkt; im Unterschied zur Konvention der klassischen Porträtmalerei spielen bei ihr aber Status oder Klassenzugehörigkeit einer Person keine Rolle. Sichtbar werden nur die Bewegungsspuren, die alle gleichwertig sind - unabhän-gig davon, ob es sich um Weltreisen, Wohnortswechsel, Pendelwege, Flucht oder Auswanderung handelt. O'Hara berücksichtigt und betont mit diesen Porträts, dass im 20. und 21. Jahrhundert das Reisen die Biografien prägt. Gleichzeitig liefert sie mit diesen individuellen Karten Gegenbilder zu den heutzutage üblichen Methoden, Mobilität zu visualisieren. Im Fall der Statistik etwa werden Informationen generiert. Bei O'Hara dagegen verschwindet jegliche Infor-mation in abstrakten Formen. Wird mit Hilfe von statistischen Diagram-men die Bewegung von Personen reguliert, kontrolliert oder blockiert, versteht O'Hara Bewegung als Lebenszeichen. Im abstrakten Schaubild wiederum wird jegliche Individualität zum Verschwinden gebracht, wäh-rend das Individuelle durch O'Haras Verfahren unverkennbar bleibt und die Reisemotive oder -ziele nicht preisgegeben werden.

Künstlerin, geboren 1941, lebt und arbeitet in USA, Italien und Asien.

 

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Morgan O'Hara