"Turn On"
Adrian Paci Adrian Pacis Film
ist eine Miniatur zum Thema Arbeitslosigkeit und dem Beharren auf
Sichtbarkeit. Die Kamera porträtiert eine Reihe Männer
mittleren Alters. Dann wird es schwarz. Daraufhin schmeißt
jeder der Männer einen Stromgenerator an und bringt sich mittels
einer Glühbirne ins Bild und damit ins Geschehen zurück.
Die Kamerafahrt öffnet den Blick auf eine große Freitreppe.
Sie ist ein öffentlicher Platz, auf dem gewartet wird, ob
jemand vorbei kommt, der Arbeit zu vergeben hat. Nachts aufgenommen
und mit den Glühbirnen in der Hand, wirken die Männer
wie strahlende Lichtpunkte oder Sterne. Dieses schon fast poetisch
zu nennende filmische Bild hat Paci in der albanischen Stadt Shokoda,
in der er geboren wurde, produziert. Paci war, wie tausende andere,
1997 im Zuge des durch eine Finanzkrise ausgelösten Bürgerkriegs
in Albanien nach Italien migriert. Derzeit wohnt er in Mailand
und seine künstlerischen Arbeiten - Videos, Malerei, Installationen,
Fotografie - drehen sich um Lebensumstände unter den Bedingungen
sozialer Ungleichheit und der Migration. Gerade Albanien, als Land
Rand Europas setzt er zur EU in ein Verhältnis. Denn die Tatsache,
dass Albanien eines der größten Auswanderungsländer
ist, hat Effekte auf die EU. Er bringt die Personen in ein öffentliches
Bewußtsein zurück, allerdings unter Thematisierung
der Frage nach Sichtbarkeit. Denn während es eine große
künstlerische und dokumentarische Tradition der Arbeits-und
Arbeiterdarstellung gibt, gibt es keine der Arbeitslosigkeit. Paci
inszeniert ein Bild für Beharrlichkeit: Personen, die reklamieren,
trotz miserabler ökonomischer Bedingungen wahrgenommen zu
werden.
Künstler, geboren 1969, lebt und arbeitet in Mailand.
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