"Entwürfe für die U-Bahn-Station in Gelsenkirchen"
Alfred Schmidt 1989 wurde Alfred
Schmidt damit beauftragt, einen U-Bahnhof in Gelsen-kirchen zu
gestalten. Zu diesem Zeitpunkt konnte der Künstler schon auf
eine lange Geschichte des Zeichnens in Zechen und in Gruben zurück
blicken, die für ihn 1975 begann. In über 400 Zeichnungen
hat er unter schwierigen Bedingungen die Arbeit in den Schächten
mit großer Genau-igkeit dokumentiert und die Bergbauarbeiter
porträtiert. Die hier ausge-stellten Zeichnungen sind als
Studien für die U-Bahnstation entstanden. Mit dem "Bahnhof
für die Bergleute" vermittelte Schmidt durch eine spezielle
Konstruktion von zwei 100 Meter langen und vier Meter hohen Emailleplatten
einen Einblick in die Welt unter den Füssen der Besucher.
Er verband mit seinen Zeichnungen nicht nur Respekt und Faszination
für diese unsichtbare und sehr gefährliche Tätigkeit,
sondern auch politisches Engagement. Als Mitte der 1970er Jahre
die ersten Schließungen von Zechen drohten, unterstützte
Schmidt mit Publikationen, Interviews und Zeichnungen die Proteste.
Mit seinen Zeichnungen ging er immer wieder an die Öffentlichkeit:
Unter anderem veranstaltete er Ausstellun-gen in den Schächten,
er hängte die Zeichnungen an einen Handwagen und zog damit
durchs Ruhrgebiet oder er ließ sie, auf Großtransparente
gedruckt und an Schiffen angebracht, den Rhein entlangfahren. Auch
hielt er Vorträge an Schulen über die Arbeit in einer
Zeche. Neben diesem akti-vistischen Potential sind die Zeichnungen
Dokumente für eine geteilte Erinnerung der Bergbauarbeiter,
von denen zahlreiche Migranten waren. Durch die extremen Arbeitsbedingungen
des Untertagebaus gab es inner-halb der Belegschaft einen besonderen
kollegialen Zusammenhalt.
Künstler und Produktdesigner, geboren 1930, verstorben
1997.
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