projektmigration  
Thema      Projekt      Partner        Führungen      Archiv      Informationen         
      Programm             
d | e
   
 

"Camouflage. LOOK like them TALK like them"

Jun Yang

Der Künstler Jun Yang beobachtet mit "Camouflage" die Zeit nach dem

11. September 2001, seitdem verstärkt viele Personen allein aufgrund ihres Aussehens als verdächtig gelten. Er zitiert in dem Video einen Bericht über einen Hobbyflieger, der verhaftet wurde, da er "männlich" und "Moslem" und damit "verdächtig" war. Für die Bildebene hat Yang Artikel aus Zeitungen, Modezeitschriften abgefilmt, die berichten, wie in den letzten Jahren polizeiliche Methoden ausgeweitet werden und um sich greifen. "Alle Bürger unter Generalverdacht"- diese Überschrift steht über einem Bericht des Wochenmagazins Spiegel von 2002, nachdem Innenminister Otto Schily vorgeschlagen hatte, Ausländer in Deutschland registrieren zu lassen.

Dieser Folie der öffentlichen Meinungsbildung folgen im zweiten Teil des Videos Werbebilder für Markenkleidung. Yang kommentiert am Beispiel von China und Japan den weltweiten Trend zur Uniformität. Die Produkte der globalisierten Textilindustrie werden von ihm als Mittel der Camouflage vorgestellt. Für potentiell verdächtige Subjekte ginge es darum, wie alle anderen auszusehen und dadurch unsichtbar zu werden. Camouflage, also sich modisch kleiden, wird als Strategie des "Passing" anempfohlen, das heißt als jemand anderes wahrgenommen zu werden. Die eigentliche Hauptperson des Films, von der Yang in einem Voiceover erzählt, hat die Empfehlung "look like them, be like them" nicht befolgt. Der "X" genannte Chinese hatte, als er nach Österreich kam, seinen Pass und damit seine Identität weggeworfen. Er wurde aufgrund seines Aussehens und verdächtigen Verhaltens - in diesem Fall Rennen zum Bus - als illegal identifiziert und verhaftet. Mit der uniformen Managermode am Beispiel Chinas und dem aus China kommenden Migranten "X" stehen sich in "Camouflage" zwei konträre und doch sich bedingende Seiten der Globalisierung und Migrationspolitik gegenüber. Dabei verfügt in Jun Yangs Video nur die eine Seite über die Camouflage-Mittel, um dem Generalverdacht zu entgehen.

Künstler, geboren 1975, lebt und arbeitet in Wien.

 

<< zurück zur Ausstellung

    

 

Jun Yang